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Home Energie

Zusammensetzung der Energiequellen im deutschen Stromnetz

by Solar-Team
30. Januar 2026
in Energie
Zusammensetzung der Energiequellen im deutschen Stromnetz

Zusammensetzung der Energiequellen im deutschen Stromnetz

Seiteninhalt:
  1. Was wirklich aus Ihrer Steckdose kommt
  2. Das Wichtigste in Kürze
  3. Was bedeutet Strommix eigentlich konkret?
  4. Erneuerbare Energien: Mehr als nur ein politisches Ziel
  5. Windkraft als Rückgrat des Systems
  6. Photovoltaik – die stille Überholspur
  7. Biomasse und Wasserkraft: Die verlässlichen Ergänzer
  8. Fossile Energiequellen: Weniger dominant, aber noch präsent
  9. Stromimporte: Weniger abhängig als gedacht
  10. Batteriespeicher als die heimlichen Gamechanger
  11. Preise, Wahrnehmung und Alltag
  12. Ein kurzer Blick auf Zahlen (Jahresstand 2025, öffentliches Stromnetz)
  13. Ein kurzer Blick auf Zahlen auf die gesamte Stromerzeugung (Jahresstand 2025)
  14. Fazit: Orientierung statt Überforderung

Was wirklich aus Ihrer Steckdose kommt

Der Strom aus der Steckdose ist für viele Menschen etwas Selbstverständliches. Ein Knopfdruck genügt, das Licht geht an, Geräte laufen, der Alltag funktioniert. Was dabei oft ausgeblendet wird, ist die Frage, woher dieser Strom eigentlich stammt und wie komplex das System ist, das ihn rund um die Uhr verfügbar macht. Die Zusammensetzung der Energiequellen im deutschen Stromnetz ist kein starres Konstrukt, sondern ein dynamischer Mix, der sich stetig verändert und auf technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen reagiert.

Gerade in den letzten Jahren hat sich dieser Strommix spürbar verschoben. Erneuerbare Energien sind aus einer Ergänzung zu einem tragenden Bestandteil geworden. Fossile Energieträger verlieren an Bedeutung, bleiben aber noch Teil des Systems. Gleichzeitig wächst das öffentliche Interesse, weil steigende Strompreise, Klimadiskussionen und eigene Solaranlagen das Thema näher an den Alltag rücken. Ein genauer Blick lohnt sich deshalb mehr denn je.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erneuerbare Energien liefern inzwischen deutlich mehr als die Hälfte des Stroms im öffentlichen Netz.
  • Windkraft ist weiterhin die wichtigste einzelne Stromquelle in Deutschland.
  • Photovoltaik wächst sehr dynamisch und hat erstmals die Braunkohle überholt.
  • Fossile Energien stagnieren insgesamt, Erdgas übernimmt eine flexible Übergangsrolle.
  • Batteriespeicher gewinnen schnell an Bedeutung und verändern die Funktionsweise des Stromsystems.

Was bedeutet Strommix eigentlich konkret?

Der Begriff Strommix beschreibt die prozentuale Zusammensetzung der Energiequellen, aus denen Strom erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist wird. Entscheidend ist dabei nicht, welche Kraftwerke theoretisch vorhanden sind, sondern welche Anlagen tatsächlich Strom liefern. Der Strommix zeigt also die reale Situation im Netz, nicht politische Zielwerte oder langfristige Ausbaupläne.

Das deutsche Stromsystem muss zu jeder Sekunde im Gleichgewicht bleiben. Strom lässt sich nur begrenzt speichern, deshalb müssen Erzeugung und Verbrauch ständig aufeinander abgestimmt werden. Wetter, Tageszeit, industrielle Nachfrage und Börsenpreise beeinflussen, welche Kraftwerke gerade laufen. Der Strommix ist deshalb kein fixer Wert, sondern das Ergebnis vieler paralleler Prozesse.

Gerade diese Dynamik macht das Thema so spannend. Veränderungen im Ausbau erneuerbarer Energien, der Zubau von Speichern oder der Rückgang einzelner Kraftwerksarten spiegeln sich direkt in der Zusammensetzung des Strommixes wider. Wer den Strommix versteht, versteht auch, warum bestimmte politischen und technischen Entscheidungen notwendig sind.

Erneuerbare Energien: Mehr als nur ein politisches Ziel

Erneuerbare Energien decken inzwischen rund 56 Prozent des Stroms, der in Deutschland aus dem öffentlichen Netz bezogen wird. Damit haben sie eine Schwelle überschritten, die lange Zeit als ambitioniertes Ziel galt. Heute sind sie Realität. Dieser Anteil ist das Ergebnis jahrelanger Investitionen, technischer Lernkurven und gesellschaftlicher Debatten.

Gleichzeitig ist dieser Wert kein Selbstläufer. Er schwankt von Jahr zu Jahr, abhängig von Wetterbedingungen und dem tatsächlichen Ausbau. Er zeigt aber klar, dass erneuerbare Energien nicht mehr als Nischentechnologie betrachtet werden können. Sie sind ein zentrales Fundament der Stromversorgung geworden und prägen zunehmend die Struktur des gesamten Energiesystems.

Der Vergleich der erneuerbaren Energien zeigt deutlich, wie unterschiedlich Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft im Stromsystem wirken. Während einige Technologien stark wetterabhängig sind, liefern andere kontinuierlicher und stabilisieren das Netz im Hintergrund. Gerade dieser Vergleich der erneuerbaren Energien macht sichtbar, warum nicht eine einzige Lösung ausreicht, sondern erst das Zusammenspiel ihre volle Stärke entfaltet.

Windkraft als Rückgrat des Systems

Die Windkraft ist die wichtigste Stromquelle im deutschen Strommix. Sie liefert mehr Strom als jede andere einzelne Technologie. Besonders an windreichen Tagen decken Windkraftanlagen einen erheblichen Teil des Bedarfs und drücken die Preise an der Strombörse spürbar.

Der größte Anteil stammt aus Onshore-Windanlagen, also Anlagen an Land. Offshore-Windparks auf See tragen ebenfalls bei, spielen mengenmäßig aber noch eine kleinere Rolle. Auffällig ist, dass die Stromerzeugung trotz hoher installierter Leistung nicht jedes Jahr steigt. Schwächere Windjahre führen unmittelbar zu geringeren Erträgen. Das macht deutlich, wie stark wetterabhängig dieses Segment ist.

Hinzu kommt, dass der Ausbau der Windkraft hinter den politischen Zielen zurückbleibt. Genehmigungsverfahren, Flächenkonflikte und lokale Widerstände bremsen das Tempo. Die vorhandenen Anlagen leisten viel, doch ohne zusätzlichen Ausbau bleibt das Potenzial begrenzt. Windkraft bleibt damit stabil, aber nicht automatisch wachsend.

Photovoltaik – die stille Überholspur

Die Photovoltaik entwickelt sich derzeit besonders dynamisch. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Stromerzeugung deutlich erhöht, getragen von Dachanlagen, Freiflächenparks und gewerblichen Installationen. Der starke Zubau führt dazu, dass Solarstrom erstmals mehr zur öffentlichen Stromerzeugung beiträgt als die Braunkohle.

Ein wesentlicher Unterschied zur Windkraft liegt im Eigenverbrauch. Ein erheblicher Teil des erzeugten Solarstroms wird direkt vor Ort genutzt und taucht nicht vollständig im öffentlichen Strommix auf. Das entlastet die Netze, reduziert Stromkosten für Betreiber und verändert die Rolle der Verbraucher, die zunehmend selbst zu Produzenten werden.

Photovoltaik wirkt unspektakulär, aber sie verändert das System grundlegend. Sie bringt Stromerzeugung näher an die Menschen, macht sie sichtbarer und fördert ein neues Bewusstsein für Energie. Gleichzeitig stellt sie das Stromnetz vor neue Herausforderungen, da hohe Einspeisung zur Mittagszeit und geringe Erzeugung am Abend ausgeglichen werden müssen.

Biomasse und Wasserkraft: Die verlässlichen Ergänzer

Biomasse und Wasserkraft stehen weniger im Rampenlicht, erfüllen aber wichtige Funktionen. Biomasse liefert Strom vergleichsweise gleichmäßig und unabhängig von Wetter und Tageszeit. Sie wird häufig in Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt und kann flexibel gesteuert werden. Dadurch trägt sie zur Stabilität des Netzes bei, auch wenn ihr Ausbau begrenzt ist.

Die Wasserkraft ist stark von den natürlichen Gegebenheiten abhängig. In niederschlagsarmen Jahren sinkt die Stromerzeugung spürbar. Große Ausbaupotenziale gibt es kaum noch, da geeignete Standorte bereits genutzt werden. Trotzdem bleibt Wasserkraft ein verlässlicher Bestandteil des Strommixes, insbesondere für Grundlast und Netzstabilisierung.

Fossile Energiequellen: Weniger dominant, aber noch präsent

Fossile Energieträger spielen weiterhin eine Rolle im deutschen Stromsystem, auch wenn ihr Anteil langfristig sinkt. Sie übernehmen vor allem Aufgaben, die erneuerbare Energien noch nicht vollständig abdecken können, etwa die Absicherung von Versorgungsspitzen oder längere Dunkelflauten.

Braunkohle: Der langsame Abschied

Die Stromerzeugung aus Braunkohle geht seit Jahren zurück. Dennoch ist sie noch nicht verschwunden. Braunkohlekraftwerke laufen heute deutlich seltener als früher, liefern aber weiterhin relevante Strommengen. Der Rückgang ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, steigender CO₂-Kosten und wachsender erneuerbarer Alternativen.

Der Ausstieg erfolgt schrittweise. Diese Phase ist geprägt von Abwägungen zwischen Versorgungssicherheit, Klimaschutz und wirtschaftlichen Interessen. Braunkohle verliert an Bedeutung, bleibt aber vorerst Teil des Systems.

Erdgas: Der flexible Lückenfüller

Erdgas übernimmt eine besondere Rolle. Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren und reagieren flexibel auf Nachfrageschwankungen. Sie gleichen kurzfristige Engpässe aus, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend liefern.

Diese Flexibilität macht Erdgas kurzfristig attraktiv, auch wenn es langfristig keine klimaneutrale Lösung darstellt. In der Übergangsphase der Energiewende erfüllt Gas eine Brückenfunktion, die perspektivisch durch Speicher, Wasserstoff und andere Technologien ersetzt werden soll.

Stromimporte: Weniger abhängig als gedacht

Deutschland ist in den europäischen Strommarkt eingebunden und handelt regelmäßig Strom mit seinen Nachbarländern. Importe und Exporte gleichen regionale Unterschiede aus und erhöhen die Versorgungssicherheit. In den letzten Jahren ist der Importüberschuss jedoch zurückgegangen.

Ursachen sind unter anderem veränderte Preisrelationen und eine höhere Eigenerzeugung. Das zeigt, dass Deutschland nicht dauerhaft auf steigende Stromimporte angewiesen ist, sondern seine Rolle im europäischen Stromsystem flexibel anpasst.

Batteriespeicher als die heimlichen Gamechanger

Batteriespeicher gewinnen rasant an Bedeutung. Sie puffern überschüssigen Strom, verschieben ihn zeitlich und stabilisieren das Netz. Besonders Heimspeicher in Kombination mit Photovoltaik haben stark zugenommen. Gleichzeitig entstehen immer mehr Großbatteriespeicher, die gezielt im Strommarkt eingesetzt werden.

Diese Entwicklung verändert die Funktionsweise des Stromsystems grundlegend. Speicher machen erneuerbare Energien besser planbar und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Kraftwerken. Sie sind kein Zusatz, sondern ein zentraler Baustein der zukünftigen Stromversorgung.

Preise, Wahrnehmung und Alltag

Strompreise schwanken stärker als früher. Das sorgt für Verunsicherung, aber auch für ein wachsendes Interesse an Energiefragen. Viele Menschen beschäftigen sich heute intensiver mit ihrem Verbrauch, investieren in Effizienzmaßnahmen oder eigene Erzeugung.

Strom ist dadurch persönlicher geworden. Er ist nicht mehr nur eine abstrakte Größe auf der Rechnung, sondern ein Thema, das Entscheidungen, Gespräche und Zukunftsfragen beeinflusst.

Ein kurzer Blick auf Zahlen (Jahresstand 2025, öffentliches Stromnetz)

Energiequelle Stromerzeugung im öffentlichen Netz (TWh)
Windkraft ca. 132
Photovoltaik ca. 71
Biomasse ca. 36
Wasserkraft ca. 18
Braunkohle ca. 67
Steinkohle ca. 27
Erdgas ca. 52

Diese Werte zeigen ausschließlich die in das öffentliche Stromnetz eingespeiste Strommenge und bilden die Grundlage für den Anteil der erneuerbaren Energien von rund 56 Prozent im Strommix.

Ein kurzer Blick auf Zahlen auf die gesamte Stromerzeugung (Jahresstand 2025)

Energiequelle Stromerzeugung (TWh)
Windkraft ca. 132
Photovoltaik ca. 87
Biomasse ca. 41
Wasserkraft ca. 18
Braunkohle ca. 67
Erdgas ca. 52

Die Werte zeigen die gesamte Stromerzeugung nach Energieträgern inklusive Eigenverbrauch und unterscheiden sich daher vom Anteil der erneuerbaren Energien im öffentlichen Strommix. Quelle der Zahlen: https://www.energy-charts.info/index.html?l=de&c=DE

Stromerzeugung im öffentlichen Netz
Stromerzeugung im öffentlichen Netz

Fazit: Orientierung statt Überforderung

Die Zusammensetzung der Energiequellen im deutschen Stromnetz zeigt eine klare Richtung. Erneuerbare Energien tragen das System zunehmend, fossile Energieträger verlieren an Gewicht, Speicher und Flexibilität gewinnen an Bedeutung. Der Wandel ist nicht abgeschlossen, aber er ist sichtbar und real.

Für Sie bedeutet das vor allem eines: Orientierung ist möglich. Wer versteht, wie der Strommix funktioniert, kann Entwicklungen besser einordnen und fundierte Entscheidungen treffen. Genau darin liegt die Stärke eines transparenten Blicks auf das Energiesystem.

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