Neues Kapitel in der Forschung: Fortführung der wegweisenden Studie zu Biodiversität in Solarparks
Die Erforschung der Biodiversität in Solarparks trat in eine neue Phase. Nach der richtungsweisenden Studie aus dem Jahr 2019 initiierte der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) bundesweite Felduntersuchungen, um die Erkenntnisse über die Rolle von Solarparks in der Förderung der Artenvielfalt weiter zu vertiefen. Die Abschlussstudie liegt inzwischen vor – mit bemerkenswerten Ergebnissen.
Solarparks spielen eine wichtige Rolle in der Energieversorgung. Sie erzeugen erneuerbare Energie und reduzieren im Betrieb CO₂-Emissionen. Doch Solarparks können noch mehr: Sie bieten Potenzial für die Förderung der Biodiversität. Dies zeigt die Studie „Solarparks – Gewinne für die Biodiversität“ des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) aus dem Jahr 2019 – und ihre umfangreiche Fortschreibung.
Wichtige Erkenntnisse der Studie zu Biodiversität in Solarparks aus dem Jahr 2019
Die Studie hat gezeigt, dass Solarparks, wenn sie richtig geplant und umgesetzt werden, die Artenvielfalt fördern können. Besonders auf ehemaligen Ackerflächen ist dies bemerkenswert. Zwischen und unter den Modulreihen der Solarparks entstehen neue Lebensräume für verschiedene Tierarten.
Untersuchte Arten
Die Studie konzentriert sich auf verschiedene Tiergruppen:
- Tagfalter und Heuschrecken: Diese Insekten sind wichtige Bestäuber und Nahrungsquellen für andere Tiere.
- Weitere Insektenarten: Sie spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem, zum Beispiel bei der Bestäubung und als Nahrungsgrundlage.
- Fledermäuse: Diese nachtaktiven Tiere sind wichtige Insektenjäger.
- Avifauna (Vogelwelt): Vögel tragen zur Regulierung von Insektenpopulationen bei und sind wichtige Bestäuber.
- Ikonische Arten: Diese Arten haben oft einen hohen symbolischen Wert und sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht.
Bedeutung für den Artenschutz
Die Ergebnisse der Studie sind bedeutend. Sie zeigen, dass Solarparks nicht nur für die Energiegewinnung wichtig sind, sondern auch einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten können. Dies ist besonders relevant, da der Verlust der Artenvielfalt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist.
Neue Bundesweite Felduntersuchungen durch den bne zur Biodiversität in Solarparks – Fortführung der Studie
Die Bedeutung von Solarparks für die Energieversorgung ist unbestritten. Doch ihre Rolle geht darüber hinaus. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) startete bundesweite Felduntersuchungen, um die Auswirkungen von Solarparks auf die Biodiversität zu erforschen.
Hintergrund der Studie
Nachdem sich die Studie von 2019 auf Konversionsflächen in den neuen Bundesländern konzentrierte, erweiterte der bne den Fokus. Bundesweit wurden Freiflächenanlagen auf ehemaligen Ackerflächen untersucht. Die Autoren der 2019er Studie, Rolf Peschel und Tim Peschel, leiteten auch diese Untersuchungen.
Zielsetzung der Untersuchungen
Robert Busch, Geschäftsführer des bne, erklärt das Ziel: „Wir wollen zeigen, wie Freiflächenanlagen die Biodiversität fördern können. Dabei berücksichtigen wir unterschiedliche naturräumliche Begebenheiten.“ Die Branche engagiert sich für die Stärkung der Artenvielfalt auf Solarpark-Flächen in Zusammenarbeit mit Landwirten.
Bedeutung für den Artenschutz
Tim Peschel, Biologe und Mitautor, hebt hervor, dass das Thema Biodiversität in Solarparks zunehmend Beachtung findet. „Die Felduntersuchungen sollen neue Erkenntnisse liefern, wie Bewirtschaftung und Bauweise die Biodiversität beeinflussen“, sagt Peschel.
Expertenkreis und Kooperationen
Ein Expertenkreis begleitete die Studie. Dazu gehören Vertreter von Agora Energiewende, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem BUND, dem DNR, dem NABU, der Heinz-Sielmann-Stiftung, dem KNE, dem ZALF, der Stiftung Umweltenergierecht und der Universität Göttingen.
Abschlussstudie liegt vor – und gewinnt europäischen Preis
Die Ergebnisse der bundesweiten Felduntersuchungen sind inzwischen veröffentlicht. Im Jahr 2024 wurden Flora und Fauna in 30 PV-Freiflächenanlagen auf Ackerflächen bundesweit untersucht und bei acht Artengruppen systematisch ausgewertet. Das zentrale Ergebnis: Gut geplante und bewirtschaftete Solarparks können eine hohe Artenvielfalt entwickeln. PV-Freiflächenanlagen auf strukturarmen Ackerflächen schaffen laut Studienautorin ein Mosaik neuer, offensichtlich geeigneter Lebensräume für viele Arten – einschließlich eines reichen Nahrungsangebots.
Die Studie „Artenvielfalt im Solarpark“ gilt als die weltweit umfangreichste Untersuchung zu Biodiversität in Solarparks auf Landwirtschaftsflächen und ist auf dem Wissensportal SonneSammeln veröffentlicht. Im Dezember 2025 erhielt der bne für diese Feldstudie den dritten Platz beim „European Solar Sustainability Award 2025″ von SolarPower Europe, der Projekte auszeichnet, die die Umweltauswirkungen der Solarstromproduktion besonders erfolgreich angehen.
Eine englische Fassung der Studie wurde ebenfalls veröffentlicht, damit die Ergebnisse künftig auch die europäische Regulierung und Planungspraxis beeinflussen können. Planungsbehörden, Projektentwickler und Naturschutzorganisationen erhalten damit eine fundierte Datengrundlage, um Biodiversität systematisch als Qualitätskriterium von Solarparks zu verankern.
Wer sich für aktuelle Entwicklungen im Bereich der Solarenergie interessiert, findet im Artikel Photovoltaik-Förderungen 2026 einen aktuellen Überblick. Zahlen zur Verbreitung von Solaranlagen in Deutschland bietet Balkonkraftwerke auf dem Vormarsch.




























