Ein Carport schützt das Auto vor Regen, Hagel und Frost. Ein Solar-Carport macht dasselbe – und erzeugt dabei Strom. Die Photovoltaikmodule ersetzen die Dacheindeckung und liefern Energie direkt dort, wo das Auto steht. Für Haushalte mit Elektroauto ist das eine besonders praktische Kombination.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein Solar-Carport kostet 2026 je nach Größe und Ausstattung zwischen 8.000 und 25.000 Euro inklusive Montage.
- Ein Einzelstellplatz mit 3 bis 5 kWp liegt bei 8.000 bis 13.000 Euro, ein Doppelcarport mit 5 bis 6 kWp bei 14.000 bis 22.000 Euro.
- Eine 5-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland rund 4.500 bis 5.500 kWh pro Jahr.
- Amortisationszeit: 8 bis 12 Jahre für den PV-Anteil allein, 12 bis 17 Jahre für das Gesamtsystem.
- Baugenehmigung: In den meisten Bundesländern bis 30 bis 50 Quadratmeter genehmigungsfrei – aber immer beim Bauamt nachfragen.
- 0 Prozent Mehrwertsteuer auf alle Solarkomponenten seit 2023, Einnahmen aus Einspeisung bis 30 kWp einkommensteuerfrei.

Was ein Solar-Carport vom normalen Carport unterscheidet
Ein herkömmlicher Carport hat ein Dach aus Trapezblech, Polycarbonat oder Holz. Beim Solar-Carport übernehmen Solarmodule diese Funktion vollständig oder teilweise. Oft werden Glas-Glas-Module eingesetzt, die semitransparent sind – sie lassen etwas Licht durch und spenden gleichzeitig Schatten.
Der wichtigste Unterschied zur Dachanlage liegt in der Statik. Ein Solar-Carport muss die Modulgewichte, Schneelast und Winddruck eigenständig tragen, ohne sich auf ein bestehendes Gebäudedach stützen zu können. Die Konstruktion muss entsprechend dimensioniert sein.
Der wirtschaftliche Vorteil gegenüber einem nachträglich aufgerüsteten Carport: Wer von Anfang an ein Komplettsystem kauft, spart 1.500 bis 3.000 Euro, weil die Module die Dacheindeckung ersetzen und keine separate Dachabdichtung nötig ist.
| Vergleich | Normaler Carport + PV nachgerüstet | Solar-Carport Komplettset |
|---|---|---|
| Kosten (Doppelcarport, 5 kWp) | Carport 7.000–12.000 + PV 4.000–8.000 Euro | 14.000–22.000 Euro gesamt |
| Ersparnis | – | 1.500 bis 3.000 Euro |
| Planungsaufwand | Zwei separate Gewerke | Ein Anbieter, ein Gewerk |
| Dacheindeckung | Separat nötig | Module ersetzen Dach |
Was ein Solar-Carport kostet
Die Preise variieren stark je nach Größe, Material (Holz, Aluminium, Stahl) und Ausstattung. Alle genannten Preise gelten bei 0 Prozent Mehrwertsteuer auf die Solarkomponenten.
| Systemgröße | PV-Leistung | Kosten ohne Speicher | Mit Speicher und Wallbox |
|---|---|---|---|
| Einzelcarport | 3 bis 5 kWp | 8.000 bis 13.000 Euro | 15.000 bis 20.000 Euro |
| Doppelcarport | 5 bis 6 kWp | 14.000 bis 22.000 Euro | 20.000 bis 30.000 Euro |
| Großcarport / gewerblich (8 kWp) | 8 kWp | 18.000 bis 25.000 Euro | 25.000 bis 35.000 Euro |
| Wallbox allein (Aufpreis) | – | 1.000 bis 2.500 Euro | – |
Wer bereits einen stabilen Carport hat und nur die Solarkomponenten nachrüstet, zahlt 4.000 bis 8.000 Euro für eine 3- bis 5-kWp-Anlage inklusive Montage.

Was eine Anlage im Jahr erzeugt
In Deutschland liefert eine Photovoltaikanlage je nach Standort und Ausrichtung rund 900 bis 1.200 kWh pro installiertem kWp und Jahr. Für einen Solar-Carport bedeutet das:
| Anlagengröße | Jahresertrag | E-Auto-Reichweite (bei 20 kWh/100 km) |
|---|---|---|
| 3 kWp (Einzelstellplatz) | 2.700 bis 3.600 kWh | 13.500 bis 18.000 km |
| 5 kWp (Doppelcarport) | 4.500 bis 6.000 kWh | 22.500 bis 30.000 km |
| 6 kWp (großer Doppelcarport) | 5.400 bis 7.200 kWh | 27.000 bis 36.000 km |
Ein Doppelcarport mit 5 kWp deckt also theoretisch den gesamten Stromverbrauch eines E-Autos mit 15.000 Jahreskilometern – und hat darüber hinaus noch Ertrag für den Haushalt übrig.
Wirtschaftlichkeit: Wann rechnet sich ein Solar-Carport?
Die Amortisationszeit hängt davon ab, ob man nur den PV-Mehraufwand oder das gesamte System berechnet.
Betrachtet man nur den Mehrpreis gegenüber einem normalen Carport (also die reinen PV-Kosten), amortisiert sich die Investition bei einem 5-kWp-System und typischem Eigenverbrauch in 8 bis 11 Jahren. Der Carport selbst hätte ohnehin gebaut werden müssen.
Bezieht man die gesamten Systemkosten ein – Carport und Solaranlage zusammen – liegt die Amortisationszeit bei 12 bis 17 Jahren. Die Lebensdauer moderner Solarmodule beträgt 25 bis 30 Jahre, sodass nach der Amortisation noch viele Jahre Ertrag folgen.
Die Kombination mit einem Elektroauto verkürzt die Amortisation deutlich: Wer täglich mit eigenem Solarstrom lädt statt an öffentlichen Schnelladern, spart je nach Fahrzeug und Fahrleistung 500 bis 1.500 Euro pro Jahr.

Baugenehmigung: Was gilt in welchem Bundesland
Ob ein Solar-Carport genehmigungspflichtig ist, regeln die Landesbauordnungen – und die unterscheiden sich erheblich. Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
| Bundesland | Genehmigungsfrei bis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bayern | 50 m² Grundfläche (Innenbereich) | BayBO Art. 57; Solar-Carports seit 2022 explizit erleichtert |
| Baden-Württemberg | 30 m² | Seit 2022 bauantragsfrei wenn PV unter 30 kWp |
| NRW | 30 m² | Abstand zur Grundstücksgrenze prüfen |
| Berlin | 30 m² | Stadtplanerische Vorgaben beachten |
| Niedersachsen | 30 m² | Carport darf kein Aufenthaltsraum sein |
Wichtig: Sobald integrierte Solarmodule hinzukommen, gelten teils strengere Regeln als für einfache Carports. Selbst wenn das Carport genehmigungsfrei wäre, kann die Solaranlage eine Anzeigepflicht auslösen. Ein kurzes Gespräch mit dem örtlichen Bauamt vor Baubeginn ist immer sinnvoll.
Der Solar-Carport muss außerdem tatsächlich eine Schutzfunktion für Fahrzeuge erfüllen. Wird er ausschließlich zur Stromerzeugung errichtet, entfällt die Einspeisevergütung.

Förderung und steuerliche Regelungen
Solar-Carports profitieren von denselben Förderungen wie Dach-Photovoltaikanlagen:
| Förderart | Regelung |
|---|---|
| Mehrwertsteuer | 0 Prozent auf Module, Wechselrichter und Installation (seit 2023, Anlagen bis 30 kWp) |
| Einkommensteuer | Einspeiseeinnahmen bis 30 kWp seit 2023 einkommensteuerfrei |
| KfW-Kredit 270 | Zinsgünstige Finanzierung für PV-Anlage und Speicher |
| Einspeisevergütung (EEG) | Derzeit rund 7,78 Cent pro kWh (Stand 2026, Teileinspeisung bis 10 kWp) |
| Regionale Förderungen | Kommunale und Landesförderprogramme – regional sehr unterschiedlich |
Welche Modultypen für Solar-Carports geeignet sind
Nicht jedes Modul eignet sich für den Einsatz als Dachelement eines Carports. Folgende Anforderungen gelten:
- Das Modul muss als Überkopfverglasung zugelassen sein (bauaufsichtliche Zulassung, abZ des DIBt)
- Glas-Glas-Module sind die erste Wahl – sie sind stabiler und wetterfester als Module mit Kunststoffrückseitenfolie
- Semitransparente Module (10 bis 40 Prozent Lichtdurchlass) ermöglichen angenehme Lichtverhältnisse unter dem Carport
- Bifaziale Module nutzen auch das reflektierte Licht von unten und können 5 bis 15 Prozent mehr Ertrag liefern

Wie transparente Solarmodule für Terrassendächer und Fassaden funktionieren und welche Hersteller sie liefern, erklärt der Artikel Transparente Solarmodule: Hersteller, Kosten und Anwendungsfälle. Wie Elektroautos mit eigenem Solarstrom über eine Wallbox geladen werden, zeigt Elektroauto mit Solarstrom laden: Wallbox, Kosten und Technik.
Fazit: Sinnvoll wenn der Carport ohnehin gebaut wird
Ein Solar-Carport rechnet sich am besten, wenn der Carport ohnehin geplant ist. Dann sind die reinen Mehrkosten für die Solarkomponenten überschaubar und amortisieren sich in 8 bis 11 Jahren. Wer nur wegen der Solaranlage einen Carport baut, sollte die Gesamtkosten sorgfältig gegen eine Dachmontage abwägen – die ist in der Regel günstiger und ertragsstärker.
Besonders attraktiv ist die Kombination aus Solar-Carport, Batteriespeicher und Wallbox für E-Auto-Besitzer. Der selbst erzeugte Strom fließt direkt in die Fahrzeugbatterie, die Kosten pro Kilometer sinken erheblich, und das System amortisiert sich schneller als ohne E-Auto.
Dieser Artikel ist redaktionell mit journalistischem Handwerk und etwas KI-Unterstützung erstellt worden.




























